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Warum Bio-Baumwolle?

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Die negativen Auswirkungen des intensiven Baumwollanbaus sind unübersehbar, und das Wissen um die Notwendigkeit für Veränderungen nahm in den letzten Jahren stark zu. Vielfältige Interessensgruppen  befördern den Trend zu umweltfreundlicheren Produktionsmethoden.

  • Landwirte, die der chemischen Tretmühle entkommen wollen
  • Unternehmen, die dem zunehmenden Wettbewerb und Umweltauflagen ausgesetzt sind 
  • informierte Konsument(inn)en, die nach größerer sozialer und ökologischer Verantwortung verlangen.

Das wachsende Verbraucherinteresse an ökologisch produzierten Lebensmitteln dehnt sich derzeit auf andere Bereiche der ökologischen Landbewirtschaftung aus, darunter auch die ökologische Erzeugung von Baumwoll-Fasern.

Im Baumwollanbau ist die kontrolliert biologische Wirtschaftsweise noch recht jung. Die ersten Anbauvorhaben gab es Ende der 1980er Jahre in der Türkei. Mittlerweile wird in 22 Ländern, darunter Ägypten, Benin, Burkina Faso, Mali, Senegal, , Indien, Peru, Tansania, China und die USA, Baumwolle kontrolliert biologisch angebaut.

2008 war der Bio-Baumwollmarkt gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent zugelegt hat: Waren es 2007 noch 1,9 Milliarden Umsatz, stieg die Zahl im Jahr 2008 auf 3,3 Milliarden US-Dollar. Der Marktanteil von Bio-Baumwolle, die angebaut wurde, stieg auf 152 Prozent. Die Größe der Fläche, auf der Biobaumwolle angebaut wird, umfasst mittlerweile 161.000 Hektar verteilt auf 22 Länder.

 

Was ist Bio-Baumwolle?

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Baumwolle in kontrolliert biologischen Landwirtschaftssystemen wird nach festgelegten Standards angebaut. Kontrolliert biologische Landwirtschaft verbietet die Nutzung von toxischen und persistenten (nicht abbaubaren) chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngemitteln so dass Böden und Grundwasser nicht mehr kontaminiert (verunreinigt)  werden. Untersagt ist auch die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen.


Der kontrolliert biologische Anbau strebt danach,

  • biologisch diversifizierte landwirtschaftliche Systeme aufzubauen,
  • die Bodenfruchtbarkeit zu regenerieren, und
  • eine gesunde Umwelt zu fördern.

Die Säulen nachhaltiger Anbauweisen sind

    • ein fruchtbarer Boden und
    • eine Umwelt mit Blütenpflanzen, Insekten, Vögeln, und anderen Tieren.Bio Baum Kosten

Angepasste Varianten ersetzen Hochleistungssorten, statt Kunstdünger kommen Mist und Kompost zum Einsatz und der chemischen Keule werden Vorsorge und Know-how entgegen gesetzt. Ein Sud aus Blättern des Nehmbaumes bekämpft Insekten, ähnlich wie Gemische aus Tierknochenasche, Knoblauch und aus den Wurzeln und Früchten lokaler Pflanzen.


Um eine zu einseitige Nutzung des Bodens zu verhindern wird nach Möglichkeit eine Fruchtfolge eingehalten. Im ersten Jahr werden die Felder etwa mit Baumwolle und Erdnüssen bzw. Kichererbsen bepflanzt, im zweiten Jahr hauptsächlich mit Mais, ergänzt durch Gemüse und Weizen. Nach der Maisernte kann sich der Boden erholen, es kann etwa Gras gepflanzt werden, das im nächsten Jahr untergepflügt wird, um den Boden mit genügend Nährstoffen für den Baumwollanbau im dritten Jahr zu versorgen.Kuh-Urin enthält Eisen, Kalium und Magnesium und wirkt als Dünger, gleichzeitig vertreibt er weiße Fliegen.

 

Mischkultur mit Leguminosen wie beispielsweise Erdnüssen, die auf den gleichen Böden wachsen können wie die Baumwolle, erschließt Nährstoffe und stellt den Stickstoff, den sie der Luft entnehmen, in ausreichender Menge bereit.

Der Anbau im Wechsel mit Nahrungspflanzen wie Mais, Hirse oder Reis unterbricht die Vermehrung von Baumwollschädlingen. Da auch gleichzeitig verschiedene Pflanzen angebaut werden, bieten die Felder für Insekten fressende Tierarten noch genug Nahrung sowie Brut- und Versteckmöglichkeiten. Diese wiederum sorgen dafür, dass die Insekten nicht überhand nehmen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die für die Ernährung der Pflanzen wichtige Humusschicht nach und nach weiter aufbaut. Ein gesunder und belebter Boden trägt zu gutem Wurzelwachstum und besserer Toleranz der Kulturpflanze gegenüber Insektenfraß und Dürre bei.

Ohne Pflege der Humusschicht verliert der Boden an Wasserhaftungsfähigkeit. Hieraus folgt eine stärkere Erosion, das heißt, dass der Boden weggeschwemmt oder vom Winde verweht wird, was wiederum zu einem größeren Einsatz von – teuren – Mineraldüngern nötigt.

Die Biobauern in den USA, Mali, Benin, Burkina Faso, Senegal (Westafrika), Tansania, Mosambik (Ostafrika), der Türkei, Ägypten oder Marokko bringen statt Mineraldünger landwirtschaftliche Bioabfälle wie etwa Kuhdung oder Ölpressung auf ihre Felder. An Kompostmaterial besteht auf dem Land kein Mangel. Der Boden wird weicher und lufthaltiger, so dass er sich besser bearbeiten lässt und auch mehr Wasser speichern kann. Wird die Baumwolle nicht oder weniger bewässert, so ist ihre Wachstumsphase limitiert. Die Vermehrungszyklen von Krankheiten und Schädlingen können so auf natürliche Weise unterbunden oder verkürzt werden. 

 

Zertifizierung von Bio-Baumwolle

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Die Zertifizierung der Bio-Baumwollproduktion versichert dem Käufer den Bio-Status des Produkts und unterstützt die Zahlung von Bio-Prämien an die Landwirte, die sich im biologischen Anbau engagieren. Wenn ein Landwirt oder weiter verarbeitende Betriebe " kontrolliert biologisch" zertifiziert sind, so hat eine unabhängige Organisation dem Landwirt bzw. dem Betrieb bestätigt, dass dieser den definierten Standards entspricht oder diese sogar noch übertrifft. Zertifizierte (Landwirtschafts-) Betriebe werden regelmäßig inspiziert und müssen umfassende Aufzeichnungen über ihre Produktionsmethoden führen.

Zertifizierungsprogramme und Standards variieren in Abhängigkeit von regionalen Unterschieden, unterliegen jedoch bestimmten Grundkonzepten. Die Internationale Vereinigung der Ökologischen Landbau Bewegung IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) hat Basis Standards erarbeitet, die ökologische Landbewirtschaftung und auch die Verarbeitung von Textilien definieren. Diese dienen als Grundbasis, auf denen Standards in vielen Ländern fußen. Weiterhin existiert der Internationale Ökologische Akkreditierungsservice IOAS (International Organic Accreditation Service), der Zertifizierungssysteme genehmigt. Weltweit gibt es zahlreiche Zertifizierungsorganisationen, die den ökologischen Anbau von Baumwolle kontrollieren.

Die Weiterverarbeitung der Bio-Baumwolle wird im Moment noch von weitaus weniger Organisationen überprüft. Diese Zertifizierungssysteme stellen sicher, dass die Risiken für Gesundheit und Umwelt deutlich reduziert werden. Für den Bereich der Verarbeitung gibt es in Europa verschiedene ausgearbeitete Standards, beispielsweise von KRAV, SKAL, IVN oder neuerdings Soil Association, und weitere Standards werden weltweit entwickelt.

 

Auch ökonomisch ein Gewinn

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Der Mengenertrag der Biobaumwolle ist geringfügig niedriger als der mit Kunstdünger behandelte. Dennoch ist der zu erzielende wirtschaftliche Ertrag gleich oder höher, weil die - steigenden - Kosten für Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Kredite  wegfallen und aufgrund der höheren Qualität der Baumwolle ein - derzeit um ca. 20 Prozent - höherer Preise erzielt werden können. Studien zu Schweizer Biobaumwoll-Projekten, die an einer internationalen Fachtagung von Helvetas und dem "Forschungsinstitut für biologischen Landbau"  vorgestellt wurden, zeigen, dass im biologischen Baumwollanbau unter Umständen sogar ein um 30 bis 43 Prozent höheres Einkommen erwirtschaftet werden kann als mit konventionellen Anbaumethoden.

Überraschend zeigte sich, dass Biobauern nicht wesentlich mehr arbeiten müssen.

Zwar müssen sie mehr jäten als früher, dafür ist die biologische Schädlingsbekämpfung weniger zeitraufwendig als  agroindustrielle Methoden. Zudem braucht dem Boden nur halb so viel Stickstoff und Phosphor zugefügt werden.

Neben einem höheren Einkommen sind mit Biobaumwolle außerdem geringere wirtschaftliche Risiken und eine nachhaltigere Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen verbunden.

 

Entwicklungsgerechtigkeit durch Bio-Baumwolle

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Auf großen industriell betriebenen Anbaufarmen werden Frauen meist nur als billige Arbeitskräfte genutzt. Aus soziokulturellen Gründen haben Frauen in der Regel auch keinen Zugang zu Gemeinschaften der Kleinbauern, über die chemischer Dünger und Pflanzenschutzmittel verteilt werden, werden bei der Zuteilung von Land benachteiligt oder dürfen nicht selbst bestimmen, was sie darauf anbauen. 

Mit der Einführung des Anbaus von Bio-Baumwolle hat die Zahl der von Frauen geleiteten Anpflanzungen deutlich zugenommen und steigt weiter. In Anbaukampagnen und Workshops werden sie direkt einbezogen
und haben ihr eigenes Stück Land. Frauen nutzen den Vorteil, alle nötigen Arbeiten selbständig und ohne gesundheitliche Risiken, zum Beispiel auch während einer Schwangerschaft, durchführen zu können.

Außerdem sind die für den Bio-Baumwollanbau notwendigen Samen zur Schädlingskontrolle und Dünger lokal und unabhängig von Depots, zu denen nur Männer Zugang haben, erhältlich und kosten deutlich weniger als die synthetischen Produkte.

Im Zeitraum 1996 bis 2003 stieg beispielsweise die Zahl der im Bio-Baumwollanbau tätigen Frauen im Benin von 0 auf 32 Prozent an.

Im Senegal wurden in der Saison 1999/2000 sogar 38 Prozent des Bio-Baumwollanbaus von Frauen getätigt, eine enorme Steigerung gegenüber 5 Prozent Frauenanteil im Jahr 1995.

Ähnliches lässt sich auch in anderen afrikanischen Ländern feststellen. So betrug der Frauenanteil zu Beginn eines Bio-Baumwollprojektes in Zimbabwe unter den 40 interessierten Bauern sogar 90 Prozent.

Quelle: http://www.pan-germany.org/download/fs_bw_u_frauen.pdf

 

Warum aber sind Bio-Textilien meist teurer?

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Die Weiterverarbeitung zu Biotextilien ist allerdings etwa 40 % teurer, was den Absatz der Endprodukte hemmt (solange die sozialen und ökologischen Kosten industrieller Bewässerungswirtschaft nicht mit Hilfe von Steuern oder Zöllen in die Preisgestaltung in die Preisgestaltung zurück geholt werden).

Aus der Sicht der Abnehmer/innen wird der höhere Preis für biologisch angebaute Baumwolle aber durch die bessere Qualität kompensiert. Wird maschinell geerntet, muss das grüne Kraut vorher mit Hilfe von Entlaubungsmitteln entfernt werden. Dennoch erfassen die Maschinen auch unreife oder verdorbene Fasern sowie  Kapsel- und Blattstücke. So wird verständlich,  warum T-Shirts, die für sehr wenig Geld zu kaufen sind, nach einmaligem Waschen bereits alt aussehen.    

Die Zahl der biologisch anbauenden Baumwollproduzenten ist trotz der beschriebenen Vorteile aber noch verschwindend gering und die Farmen sind sehr klein. Im Jahre 2001 waren es mit 6000 Tonnen  0,03%.  Allerdings wächst der Markt für Bio-Baumwolle rasant: Äußerten in Mali im Jahre 2003 noch 150 Bauern Interesse an einer Umstellung auf ökologische Anbaumethoden stieg die Zahl der Interessierten im Jahre 2004 bereits auf 700.

Zwischen 2001 und 2005 stiegen die weltweiten Verkäufe biologischer Baumwollprodukte jährlich schätzungsweise um 35%, von 245 Millionen US $ im Jahre 2001 auf 583 Millionen Dollar 2005. Das weltweite Angebot an biologisch produzierten Baumwollfasern war von 6.480 Tonnen während der Ernte von 2000-01 auf 25.394 Tonnen im Erntejahr 2004-05 angestiegen. Während der Ernte 2004-05 wurde in 22 Ländern Biobaumwolle produziert, davon 40% in der Türkei, 25% in Indien, 7,7% in den USA und 7,3% in China. Für das Erntejahr 2005-06 wird erwartet, dass diese vier Länder zusammen 79% der weltweiten Biobaumwollfasern produzieren werden

Quelle: Organic Cotton Circular 2/06

 

Übergangsprobleme

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Schwierigkeiten bereiten der langwierige und kostspielige Umstellungsprozess, der ohne Finanzhilfen und intensive Beratung nicht auskommt. Die Umstellung auf den Öko-Landbau dauert drei Jahre, in denen die Ware noch nicht den höheren Bio-Preis erzielt.

Da die Biobaumwolle bei der weiteren Verarbeitung nicht mit konventioneller Ware gemischt werden darf, müssten eigentlich eigene Entkernungs- und Spinnmaschinen angeschafft werden, die aber in der Regel für die wenigen Biobäuerinnen und Bauern zu teuer sind. Die gemeinsam benutzten Anlagen müssen deshalb aufwändig gereinigt werden.

Unklar ist oft , wer die Zertifizierung und deren Kosten übernimmt. Nicht selten mangelt es an Kontakten zur Biobranche, um die Produkte schnell verkaufen zu können. Nicht nur die ökologisch angebaute Baumwolle muss abgesetzt werden, sondern auch die anderen Bio-Produkte, die in der Fruchtfolge angebaut werden, etwa Erdnüsse, Mais oder Linsen. Noch immer wird nur ein kleiner Teil der Biobaumwolle aufgekauft, der Rest wandert in den konventionellen Markt.

Wichtig sind verlässliche und engagierte Investoren, die den engen Kontakt mit den Kleinbäuerinnen nicht scheuen und für eine ständige Beratung sorgten.

 

Mehr Nachfrage schaffen

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Aktuell wird Bio-Baumwolle in 17 Ländern angebaut. Dennoch repräsentiert sie nur ca. 0,1 Prozent der globalen Baumwollproduktion. Führende Länder/Regionen im Anbau von ökologischer Baumwolle sind die Türkei (41%), die USA (34%), Afrika (13% insgesamt und hier v.a. Uganda, gefolgt von Tansania, Senegal und Ägypten), Indien (8%) und Lateinamerika (4%, im wesentlichen Peru).

Es gibt Anzeichen dafür, dass sich Bio-Baumwolle aus der Nische heraus in den Massenmarkt bewegt, denn es zeichnet sich ein wachsendes Interesse von Seiten der Supermärkte und großer Unternehmen ab. Einige Bekleidungs- und Textilunternehmen sind daran interessiert, kleinere Mengen ökologisch angebauter Baumwolle mit konventioneller zu vermischen (sog. Blending). Der Kauf von Bio-Baumwolle für derartige Programme erweitert den Anbau ökologisch produzierter Baumwolle.

Marktführer im Verkauf von Textilien aus biologisch angebauter Baumwolle sind Patagonia (USA - Outdoor- und Sportbekleidung), die zweitgrößte Einzelhandelskette der Schweiz COOP (alle Arten von Bekleidung), die bereits mehr als ein Drittel ihrer Textilien unter dem Öko-Label Naturaline anbietet, Otto (Deutschland - Versandunternehmen), Nike (USA- Sportbekleidung) und Hess Natur (Deutschland - mittelständisches Versandunternehmen).

Zudem gibt es eine große und weiter wachsende Anzahl kleiner Unternehmen, die im Bereich Bio-Baumwolle involviert sind. Gleichfalls hat das Angebot verfügbarer Produkte zugenommen, ebenso wie deren Vielfalt, die sich in diesem Verzeichnis gut widerspiegelt. Die Produktpalette beinhaltet mittlerweile alle Arten von Damen-, Herren-, und Kinderbekleidung, Produkte für Gesundheit und persönliche Hygiene, Haushaltsbedarf (Matratzen, Bettwäsche, Badzubehör, Tischdecken und Accessoires) und Stoffe, Spielzeug und Windeln und sogar Bürobedarf und andere Papierwaren.

Allgemein befindet sich der Textilbereich in einem zuvor noch nie erreichten (Preis-) Wettbewerb. Viele Unternehmen versuchen einen Wettbewerbsvorteil durch die Qualität ihrer Produkte und eine ökologische Ausrichtung zu erreichen. Mit dem Verwenden von Bio-Baumwolle können diese Ziele erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund stellt die weitere Marktentwicklung, die sowohl durch ein stärkeres Verbraucherbewusstsein als auch durch eine wachsende Bio-Baumwollproduktion beeinflusst werden, ein weiteres wichtiges Kapitel der Bio-Baumwoll-Geschichte dar.

Weitere Informationen in deutsch finden Sie bei PAN Germany und den Internetseiten des Arbeitskreis Organic Cotton beim Forschungsprojekt Virtual Ecological Communities und in englisch bei PAN-UK und PANNA

Quelle: http://www.pan-germany.net/baumwolle/de/hintergrund.htm

Die Katholische Landjugend-Bewegung (KLJB) unterstützt die Öko-Bauern in Tansania mit der Kampagne „öko-fair tragen - Kleidung für eine nachhaltige Zukunft". Die Baumwolle aus Tansania wird von Partnerfirmen der KLJB in Kenia unter fairen Bedingungen weiterverarbeitet. Dort entstehen T-Shirts, die man in Deutschland bei der KLJB bestellen kann. Für jedes verkaufte T-Shirt fließt eine Mark in einen Sozialfonds für die kenianischen Nähereien, über dessen Verwaltung die Arbeitnehmerinnen selbst entscheiden.


Quellen:

1) Helvetas

2) Evangelisches Zentrum für Entwicklungsbezogene Filmarbeit http://www.gep.de/ezef/index_254.htm 5.12.2005

3) Baumwolle - von Stephanie Goldscheider http://www.biothemen.de/Oekologie/rohstoffe/baumwolle.html

4) Wikipedia zum Thema Aralsee

5) Archiv Naturschutz heute http://www.nabu.de/nh/archiv/textil398.htm#siegel

6) NoLager-Zeitung No collaboration in Taz 7. April 2006,

7) Bio-Baumwolle www.pan-germany.org/download/br_bio.pdf 

TRASNFAIR - Baumwolle

Mali, Senegal sowie Indien und Pakistan sind Produktionsländer von Fairtrade-zertifizierter Baumwolle. Sie wird biologisch (Mali, Indien) und konventionell (Senegal, Pakistan, Indien) angebaut.

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Die Fläche der von der Schweizer NGO HELVETAS geförderte Bio-Baumwollproduktion betrug im Jahre 2005 1200 Hektar (etwa 1680 Fußballfelder) HELVETAS hat einen Vergleich der Klimawirksamkeit des Anbaus der Bio-Baumwolle auf dieser Fläche mit industriellen Anbau auf einer gleich großen Fläche angestellt.

Bei konventionellen Methoden wird für die 1200 Hektar Baumwolle jährlich 166 Tonnen Nitrat benötigt. Dazu müssen ca. 5.8 Mio. Mega-Joule fossile Energie aufgewendet werden – soviel wie in 180’000 Litern Kerosin steckt und bei einem Flug von Zürich nach Perth (Australien) verbraucht werden.

Sowohl die Dünger- und Pestizidherstellung als auch der Flugverkehr produzieren zudem große Mengen an CO2. Demgegenüber zeichnet sich der biologische Baumwollanbau durch ein ökologisches Gleichgewicht aus: Die verwendeten
Naturdünger (Kompost, Mist, Gründünger) und natürlichen Pestizide (z.B. der aus der Neem-Pflanze gewonnene Insektenvertilger, welchen die Biobauern in den
Helvetas Projekten einsetzen) bilden sich dank des Zusammenspiels zwischen Sonne, Regen und Boden. Dabei nehmen die Pflanzen durch ihr Wachstum ebenso viel CO2 auf, wie durch ihr natürlicher Abbau entsteht.

Quelle: http://www.helvetas.ch/global/pdf/media/partnerschaft/pa_185_d.pdf

 

WELTWEITER BIO-BAUMWOLLMARKT ERREICHTE 2006

EINE MILLIARDE DOLLARCotton Plant

Der globale Umsatz mit Bio-Baumwolle für Bekleidung, Hygiene und den häuslichen Bedarf überstieg erstmals in 2006 die Grenze von 1 Milliarde US-Dollar. Schätzungen zufolge ist mit einer Verdreifachung dieses Wertes bis Ende 2008 zu rechnen sowie mit einer weiteren Verdoppelung bis 2010. Ergebnisse des Jahresberichts von Organic Exchange wurden auf der 5. Jahreskonferenz der Organisation bekannt. Die Veranstaltung wurde von über 330 Fachleuten aus 39 Ländern besucht, die die gesamte Verarbeitungskette repräsentierten.

Die fünf Unternehmen, die im Jahr 2006 die meiste Bio-Baumwolle einsetzten, waren Wal-Mart (USA), Nike (USA), Coop Schweiz, Patagonia (USA) und Otto (Deutschland). Woolworth in Südafrika und C&A in Belgien haben vor kurzem umfangreiche Bio-Baumwollprogramme eingeführt.

Weitere infos: www.organicexchange.org

Quelle: biofach - Newsletter Nr. 159 16.11.2007

 

Studie empfiehlt Umstellung auf Biobaumwolle

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Eine Studie der Uni Wageningen zum weltweiten Baumwollanbau hinsichtlich der Folgen für die Umwelt und den Menschen kommt zu dem Ergebnis, dass Pestizideinsatz und Wasserverbrauch im bewässerten Anbau massive Probleme verursachen. Insbesondere für Regionen, in denen Baumwolle ohne Bewässerung angebaut wird, wird die Umstellung auf den Bio-Anbau empfohlen. Zudem sollten vermehrt auch soziale und handelsrelevante Aspekte in Betracht gezogen werden.

Quelle: Organic Cotton Circular 2/06

 

Uniformen aus Bio-Baumwolle - Die Zürcher Stadtpolizei

als innovatives Zugpferd

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Seit jüngster Zeit stehen private und öffentliche Großbeschaffer im Fokus der Bemühungen, nachhaltig produzierte Textilprodukte zu fördern. Als innovativer Pionier präsentiert sich die Stadtpolizei Zürich, die in Zusammenarbeit mit Vertretern der textilen Kette und der NGO Helvetas mit Erfolg ein Pilotprojekt zur Beschaffung von Polizeihemden aus Biobaumwolle initiierte. Das Projekt hat Vorzeigecharakter für weitere, sich anbahnende Initiativen.Weitere Informationen

Quelle: Organic Cotton Circular 3/06

 

Bio-Baumwolle wird immer attraktiver

für Bauern in Tansania

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Immer mehr Bauern wollen mit bioRe Tanzania zusammenarbeiten. Voranmeldungen, die in neuen und alten Dörfern durchgeführt wurden, führten zur Listung von bislang 112 neuen Farmern für die kommende Saison 2007/08. Nicht nur einzelne Bauern zeigen steigendes Interesse für Bio-Baumwolle sondern auch offizielle Regierungsvertreter. 42 Offzielle der obersten Ebene aus 8 Distrikten besuchten das Unternehmen bioRe, um sich zu informieren.

Inzwischen gibt es ein erstes Satelliten-Projekt. Die Busagwa Organic Farming Association (Busagwa Bio-Landbauvereinigung) von Louis Kapanda in der Region nahe Shinyanga arbeitet derzeit mit 250 Bauern zusammen.

Quelle Organic Cotton Circular 2/ 07

 

Bio-Baumwollanbau in Kirgisistan

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2003 begann ein erstes Bio-Baumwollprojekt in Kirgisistan, nachdem die konventionelle Baumwollproduktion den Aralsee massiv geschädigt hatte. Innerhalb von vier Jahren, heißt es in einem Bericht von Ekoconnect, stieg die Anzahl der Erzeuger von 38 auf 845 im Jahr 2008 an.

Die BioCotton-Bewegung bewirtschaftet heute 1102 ha und nutzt davon 442 ha für den Baumwollanbau. Die Zertifizierung erfolgt durch die Kontrollstelle Indocert. Am Ende des Bewirtschaftungsjahres 2008 wurden 57 t Öko- und Fairtrade-Baumwollfasern und 217 t fair gehandelte Umstellungsware nach Europa exportiert. Die Bio Farmer's Union, in der die Landwirte zusammengeschlossen sind, ist seit Oktober 2008 durch die Kontrollstelle FLO-CERT anerkannter Fairtrade-Partner. Die Schweizer Hilfsorganisation Helvetas, die das Projekt koordiniert, plant nun Marketingaktionen für Bio-Baumwollprodukte in der Schweiz.